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Saint-Vincent-sur-Jard 20160708

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Siebenundzwanzigster Tag, Freitag 8. Juli 2016

Etappe Les Sables D’Olonne – Saint-Vincent-sur-Jard

Les Sables D’Olonne, Bourgenay, Jard-Sur-Mer, Saint-Vincent-sur-Jard

Les Sables D’Olonne – Saint-Vincent-sur-Jard 28  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 793 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Freitag, den 8. Juli 2016

Les Sables D’Olonne, Saint-Vincent-sur-Jard

Gesamtstrecke: 27721 m
Maximale Höhe: 33 m
Minimale Höhe: -1 m
Gesamtanstieg: 314 m
Gesamtabstieg: -328 m
Download file: Les Sables D'Olonne - Saint-Vincent-sur-Jard.gpx

My Camino am Freitag, den 8. Juli 2016

Wir frühstücken im Hotel in einem historischen Saal von 1833. Das Frühstück allerdings ist frisch und sehr gut. Über den Ballsaal kommen wir zum Hotelparkplatz und hängen unsere Fahrräder ab. Dann schieben wir zur Promenade runter. Ein letztes Foto unter der alten Uhr bei strahlend blauem Himmel. Und schon fahren wir auf der Fahrradautobahn die Promenade entlang. Nach dem gewonnen Spiel gegen Deutschland schlafen die Franzosen wohl noch. Es ist im Gegensatz zu gestern Abend angenehm leer.

Wir halten beim Bäcker und ich hole eben unser Baguette. Dieser allmorgendliche Einkauf ist inzwischen zur Routine geworden.  Die Promenade ist viele Kilometer lang und sehr angenehm zu fahren. Wir haben Rückenwind (!) und kommen fantastisch voran. Die Bettenburgen liegen deshalb bald hinter uns.

Danach fahren wir lange direkt an der Küste entlang. Fantastische Steilküsten, beeindruckende Klippen, langgestreckte Dünen, wohlriechende Kiefernwälder, große Sonnenblumenfelder, Gerste, Raps und Weidewirtschaft sowie fantastisch aussehende Salzwiesen mit ihren Salinen lösen einander ab. Dazwischen kleinere Orte mit meist schönen Gärten, Villen und Ferienhäusern. Eine wunderbare Etappe.

In  Bourgenay machen wir im Straßencafé direkt neben der Touristinformation unsere vormittägliche Trinkpause mit Kaffee und Wasser. Es ist warm und wir liegen mehr als wir sitzen in den bequemen Sitzmöbeln. Gleich nebenan ist ein Fahrradladen mit Fahrradwerkstatt. Ich frage den Schrauber, ob er unseren Reifendruck wieder auf 6 Bar bei allen vier Laufrädern auffüllen kann.  Das ist kein Problem, sagt er. Ich bringe meinen Adapter ins Spiel. Aber nach dem ersten Reifen macht sein Kompressor nicht mehr mit. Der noch bestehende Reifendruck ist höher als der Druck seines Kompressors. Mit einer Doppelkolben-Handpumpe bringt er unseren Luftdruck schließlich wieder auf 6 Bar. Dafür will er nichts haben. Ich gebe ein Trinkgeld für Kaffee. Das freut ihn und er entschuldigt sich höflich dafür, dass Frankreich gestern gegen Deutschland gewonnen hat. 😉  Ich antworte mit „Vive la France!“ Das freut ihn natürlich und er hilft mir die Fahrräder raus zu schieben, fragt nach unserer Route und macht noch ein Foto von uns.

Auch der Wirt vom Café und die Mitarbeiterin vom Touristenbüro fragen interessiert nach unserer Route und interessieren sich dafür, ob unsere Fahrräder wieder in Ordnung sind. Beide reden natürlich über das gestrige Fußballspiel. Auch hier nimmt mein „Vive la France!“  ihnen ihr scheinbar schlechtes Gewissen. 😉

Es ist schön und gemütlich auf diesem Platz hier in Bourgenay ; aber irgendwann wollen wir weiter. Die Route führt uns aus dem schmucken Ort.  Am Wald entlang, kommen wir zu den Salzwiesen. Auch heute sind wir von den Salinen beeindruckt. Auf einer Bank machen wir Mittagspause mit Baguette, Wurst und Wasser. Jetzt sind es nur noch 8 km mit zum Tagesziel.

Auch heute müssen wir zum Schluss noch mal ordentlich bergauf. Mit dem Wind im Rücken klappt das natürlich ganz gut. Erst bei einer kurzen Richtungsänderung haben wir plötzlich den Wind von vorn. Da merken wir, wie kräftig er in Böen ist. Und wie schön es ist mit Rückenwind.  In Jard-Sur-Mer machen wir 2 km vorm heutigen Ziel noch mal eine ausgiebige Pause. Neben Kaffee und Wasser probiere ich Apfelwein vom Faß (cidre à la pression) – lecker.

Wir kommen gegen 15 Uhr in dem Fischrestaurant und Hotel Aux bois Flottes an. Der Laden hat aber bis 18 Uhr zu. Am Seiteneingang sieht Walli einen Handwerker aus dem Gebäude kommen. Der ist sehr hilfsbereit und checkt uns quasi telefonisch ein. Sogar die Velo-Garage zeigt er uns. Natürlich landen wir beim gestrigen Fußballspiel und dem Ausscheiden der Deutschen im Halbfinale. Mit meinem nun schon erprobten „Vive la France!“ nehme ich auch ihm sein scheinbar schlechte Gewissen uns gegenüber. 😉

Wir sind froh das Zimmer belegen zu können. Gegen 18 Uhr taucht eine Angestellte auf, wir bekommen den WiFi-Zugang handschriftlich. Nach einigem Probieren können wir das Passwort richtig deuten. Wir sind drin und fliegen öfter wieder raus.

Für 19 Uhr haben wir ein Tisch reserviert und essen mal wieder sehr gut zu Abend. Die Wirtsleute sind überaus freundlich. Auch sie thematisieren das Halbfinale und interessieren sich für unsere Fahrradreise.

Morgen geht’s weiter nach  LʼAiguillon-sur-Mer.

Bilder des Tages
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Aux bois Flottés
20 route de Jard sur Mer
85520 Saint-Vincent-sur-Jard
Frankreich

Les Sables D’Olonne 20160707

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Sechsundzwanzigster Tag, Donnerstag 7. Juli 2016

Heute am 26. Tag ist Bergfest und unser Etappenziel ist am 7.7.16 die Hafen-, Fischer- und Badestadt Les Sables D’Olonne. Im Sommer wächst die Population um ein Vielfaches an. Besonders französische und englische Touristen, aber auch einige Deutsche und Niederländer kommen in Frankreichs zweitgrößten Badeort.

Etappe Saint-Gilles-Croix-de-Vie – Les Sables D’Olonne

Saint-Gilles-Croix-de-Vie, Bretignolles-sur-Mer, Champclou, Les Sables D’Olonne

Saint-Gilles-Croix-de-Vie – Les Sables D’Olonne 40  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 765 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 7. Juli 2016

Saint-Gilles-Croix-de-Vie – Les Sables D’Olonne

Gesamtstrecke: 39501 m
Maximale Höhe: 31 m
Minimale Höhe: -14 m
Gesamtanstieg: 551 m
Gesamtabstieg: -525 m
Download file: Saint-Gilles-Croix-de-Vie - Les Sables D'Olonne.gpx

My Camino am Donnerstag, den 7. Juli 2016

Mit dem gestrigen Beginn der Sommerferien hier in Frankreich wird es nun hier am Atlantik voller. Im Hotel ist aber noch alles sehr entspannt. Wir satteln bequem auf. Das Wetter ist super schön. unser Hotel liegt direkt an der Route. Um kurz vor 9 Uhr fahren wir Richtung Innenhafen und Altstadt los. Wir halten kurz beim Bäcker. Ich hole zwei schlanke Baguettes. Neben dem Bäcker ist ein interessantes Sardinengeschäft mit einem reichhaltigen Angebot. Am Yachthafen halten wir nochmal kurz für ein paar Fotos. Und schon liegt Saint-Gilles-Croix-de-Vie im Rücken.

Der Fahrradweg führt zunächst an den Küstenflüssen Vie und  Le Juanay und im weiteren Verlauf abwechselnd an den Dünen entlang und ab und zu durch den Wald. Es ist ein munteres auf und ab auf der überwiegend gut befestigten Schotterpiste.

Beim Badeort Bretignolles-sur-Mer folgen wir weiter dem Radweg der direkt an der Atlantikküste mit ihren Klippen und Sandstränden malerisch entlang führt. Hier machen wir in einer Bar eine Kaffee- und Wasserpause. Beim Weiterfahren hatte meine Walli Ihren Rucksack hängen lassen, aber der benachbarte Wirt und andere Gäste rufen freundlich hinter uns her.

Es geht weiter durch das auf und ab des geschotterten Dünenradweges und durch eine herrliche Küstenlandschaft. Zwischendurch fahren wir ein Stück die D80. Die hat zwar keinen Radweg, aber auf dem frischen Asphalt kommen wir in der Mittagshitze sehr zügig voran. In Champclou fädeln wir uns wieder auf den Vélodyssée-Radweg ein. Es geht diesmal durch eine offene Sumpflandschaft und Salinen weiter. Dies ist einer der weiteren schönen Abschnitte der heutigen Route. 

Weiter geht es wieder auf einer Waldpiste, wie gehabt.  Zu Beginn dieses Etappenabschnitts ist es Zeit für unsere Mittagspause. Wir suchen einen Holztisch mit Bank im Halbschatten.  Die Sonne brutzelt ordentlich. Wirklicher Schatten ist  heute Mittag nicht zu finden. Es gibt Baguette und weichgewordenen Käse aus Wallis Rucksack. Das Wasser ist inzwischen auch schön lauwarm.

Auf zum Endspurt, der sofort mit einer Steigung beginnt. Wir lassen zunächst ein freundlich grüßendes jüngeres – auch schwer beladenes – Trekkingpärchen vor. Die junge Madam ist aber wohl noch nicht in Form. An den Hügeln quält sie sich und wird selbst mir zu langsam. Ein paar Hügel später setzen wir zum Überholen an und lassen die beiden etwas stolz hinter uns.

Heute auf keinen Fall zwischendurch den Geburtstagsanruf bei Schwiegermutter (*1929) vergessen. Das schaffen wir aber bei einer letzten Ruhepause auf einer Bank am Oczean,  bevor wir die Stadt ansteuern. Ah, da holt uns das junge Pärchen wieder ein. Er grüßt erneut freundlich. Ich glaube sie ist nicht mehr so gut drauf und fährt an uns verbissen wirkend vorbei. 😉

Innerhalb von Les Sables fahren wir einen weiten Bogen, diesmal um das Hafenbecken zu umrunden. Die stärker frequentierten Straßen haben teils baulich vom Rest der Fahrbahn abgetrennte Radfahrstreifen. Schließlich erreichen wir die Altstadt, die auf einem Landvorsprung am Meer liegt. Hier machen wir eine weitere unserer geliebten Trinkpausen mit kühlem Wasser und Kaffee. Dann geht’s noch mal am Hafen lang in einem weiteren Bogen zum Hotel. Die Unterkunft liegt am Hügel und die Fahrräder hängen auf dem Hotelparkplatz heute angeschlossen senkrecht am Haken.

Wir merken, wie erwartet, dass die französischen Ferien begonnen haben. An der Promenade und am Strand ist es ordentlich voll. Später erzählt uns ein Kellner deutscher Abstammung, dass heute für zweieinhalb Monate ein harter Einsatz („Krieg“) beginnt.  Wir wählen ein Restaurant auf einer Empore und können bei Meerblick entspannt zu Abend essen.

Auf dem Rückweg kaufen wir noch gekühltes Wasser und ergänzen vor dem Wochenende unser Bargeld. Aus der Ferne sehen wir, dass die Band für die Siegesfeier des Halbfinales Frankreich – Deutschland auf der Promenade aufbaut. Der deutschstämmige Kellner zieht mutig mit einem deutschen Trikot in den Abend.

EM 2016 – Halbfinale

Deutschland : Frankreich 0 : 2

Da müssen die deutschen Fußball-Stars nach Hause; aber wir Fahrrad-Pilger bleiben noch für über 20 Tage hier in Frankreich!

Bilder des Tages
Videoschnipsel des Tages

Unterkunft

Citotel Hotel Arc en Ciel SPA
13 Rue Chanzy
85100 Les Sables d’Olonne
Frankreich