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Datensicherung einer MySQL-Datenbank via MySQL Dumper

Sinn und Zweck

MySQLDumper ist ein Sicherungsprogramm für MySQL-Datenbanken von Daniel Schlichtholz und weiteren Autoren .  Aus dem einfachen und eigenständig laufenden Werkzeug von 2004 ist im Laufe der Zeit ein leistungsfähiges und bewährtes Projekt geworden, dass mit bestehenden Standards gut zusammen wirkt.
Sie können jederzeit per Knopfdruck Backups Ihrer MySQL-Datenbanken anlegen, oder die Datenbanken automatisiert via Cronjob sichern lassen und per Mail oder FTP in einen anderen Brandabschnitt sichern.

1. Installation und Einrichtung von MySQL-Dumper

1.1 Download der aktuellen Version von mysqldumper.de
1.2 Entpacken des zip-Files auf lokalem PC
1.3 Anlegen eines Unterordners zB MSD auf dem Webspace
1.4 FTP-Upload vom lokalen PC zum Unterordner zum Webspace
1.5 Starten der Installation https://meinwebspace.de/MSD
1.6 Eingabe der Datenbankparameter
1.7 Verbinden mit der zu sichernden Datenbank
1.8 Speichern und Installation fortsetzen
1.9 Verzeichnisschutz erstellen und anmelden

2. Datensicherung manuell erstellen

2.1 Anmelden https://meinwebspace.de/MSD
2.2 Menü: Backup | Neues Backup starten
2.3 Backup Datensicherung  in anderen Brandabschnitt zB via FTP downladen

3. Datensicherung automatisieren

Viele WEB-Server haben ein cgi-bin Verzeichnis in dem Perl-Scripte ausgeführt werden können. In diesem Fall können Sie wie folgt vorgehen:

3.1 Rufen Sie im MySQLDumper die Seite Backup auf und klicken Sie auf „Backup Perl“.
3.2 Kopieren Sie den  den Pfad, der hinter Eintrag in crondump.pl für $absolute_path_of_configdir: steht.
3.3 Öffnen Sie die Datei „crondump.pl“ im Editor.
3.4 Tragen Sie den kopierten Pfad dort bei absolute_path_of_configdir ein (keine Leerzeichen).
3.5 Speicheren Sie crondump.pl .
3.6 Kopiere crondump.pl, sowie perltest.pl und simpletest.pl ins cgi-bin-Verzeichnis (Text- oder ASCII-Modus im FTP).
3.7 Geben Sie den Dateien die Rechte 755.
3.8 Wenn die Endung cgi gewünscht ist, änderen Sie bei allen 3 Dateien die Endung von pl -> cgi (umbenennen).
3.9 Rufen Sie die Konfiguration im MySQLDumper auf.
3.10 Wählen die Seite Cronscript.
3.11 Ändern Sie den Perl Ausführungspfad in /cgi-bin/ .
3.12 Änderen Sie die Dateiendung auf .cgi .
3.13 Speichere Sie die Konfiguration.
3.14 Fertig, die Skripte lassen sich nun von der Backupseite aufrufen.

4. Mailversand der Sicherung

Optional bietet sich der Mailversand des SQL-Dump an. Dabei können Sie wie folgt vorgehen:

4.1 Download: MIME/Lite.pm
4.2 FTP Upload des Ordners MIME samt Inhalt aus dem Unterverzeichnis lib nach cgi-bin (MIME/Lite.pm)
4.3 Konfiguration im MySQLDumper aufrufen und Email-Benachrichtigung konfigurieren
4.4 MySQLDumper aufrufen und Perl-Script testen
4.5 Fertig, die Skripte lassen sich nun von der Backupseite aufrufen und der Mailversand kann überprüft werden.
4.6 Das Backupfile liegt nun zusätzlich auch zB in httpdocs/MSD/work/backup

5. Cronjob auf Webspace einrichten

Die mitgeliefertes Perl-Skripts lassen sich in Verbindung mit einem eingerichteten Cronjob Backupvorgänge automatisieren.  Erkundigen Sie sich, ob und  wie auf Ihrem Webspace eine geplante Aufgabe (cronjob) eingerichtet wird. Nachstehende zeige ich dies exemplarisch für Parallels Plesk

5.1 Melden Sie sic an der GUI (Parallels Plesk Panel) Ihres Webspaces an
5.2 Navigieren Sie in der Serverwaltung zu Tools und Einstellungen und zu geplante Aufgaben
5.3 Wählen Sie einen berechtigten Systembenutzer (www-data) aus
5.4 Legen Sie unter Einstellungen fest ob und welche Mailadresse Sie Benachrichtigungen zur geplanten Aufgabe wünschen
5.5 Konfigurieren Sie die geplante Aufgabe
5.6 Den Befehl, der zum gewünschten Zeitpunktausgeführt werden soll, können Sie vom MySQLDumper Backup Perl dem Eintrag „Aufruf in der Shell oder für die Crontab“ übernehmen.

5.7 Das Backupfile liegt nach Ausführung des cronjob zB in httpdocs/MSD/work/backup
5.8 Überprüfen Sie das erwartete Ergebnis
5.9 Bis auf den Mailversand des Backupfiles sollte alles klappen.
Die nach Methode  Punkt 4.1 bis 4.3 vereinfachte Installation der Mail Library kann durch den cronjob allerdings nicht geladen werden.
Von hier aus (httpdocs/MSD/work/backup) kann die automatische Datenbank Sicherung via FTP manuell in einen anderen Brandabschnitt geladen werden.
Alternativ könnte die Einrichtung des  Mailversand angepasst oder der FTP-Versand automatisiert werden.

6. Alternative Einrichtung des  Mailversand

folgt …

7.  FTP-Versand automatisieren

7.1 Rufen Sie die Konfiguration im MySQLDumper auf.
7.2 Navigieren Sie zu FTP
7.3 Konfigurieren Sie die Einstellungen zu Ihrem FTP-Server
7.4 Testen Sie die Verbindung
7.5 Fertig, führen Sie ein manuelles Backup aus
7.6 Prüfen Sie das erwartete Ergebnis
7.7 Richten Sie ggf. einen cronjob ein (siehe Punkt 5)

8. Forum

Weitere Hilfe und Anregen finden Sie hier und hier.

Anleitung Windows Server-Sicherung mit mehreren Festplatten

Das Feature Windows Server-Sicherung (ab Windows Server 2008) besteht aus einer GUI (Bild1) sowie dem Befehlszeilentools (wbadmin).  Beide zusammen bieten einen  Baustein für die Lösung der tägliche Sicherungs- und Wiederherstellungsaufgaben.

Die Software ermöglicht die vollständige Sicherung des Systems auf einen externen Datenträger (bspw. eine USB-Festplatte) oder einer Freigabe im Netzwerk. Bandlaufwerke werden nicht unterstützt. Für die Wiederherstellung einzelner Dateien ist zwar die Windows Server-Sicherung nur suboptimal jedoch im Disaster-Recovery-Zwecke kann es aber nahezu perfekt sein. Vertiefende Aspekte dazu finden Sie u.a. in Bents Blog.

GUI Windows Server-Sicherung
Bild1 GUI

Hinweise zur Erstellung und Bearbeitung des Windows Sicherungszeitplans über die GUI findet man bei Microsoft hier.

Ab Windows Server 2012 können Sie auch ein weiteres Back-up Ziel in der GUI hinzufügen . Wählen Sie dazu auf der Seite Zieldatenträger auswählen die Datenträger aus, die Sie zum Speichern der Sicherungen verwenden möchten, und klicken Sie dann auf Weiter.

GUI2
Bild2 GUI 2 Backup Datenträger hinzufügen

In der Standardeinstellung werden die infrage kommenden Datenträger in der Liste angezeigt. Bei diesen Datenträgern handelt es sich um externe Datenträger, auf die Sicherungen für Notfälle außerhalb des Brandabschnittes in dem die zu sichernde Maschine steht – aufbewahrt werden können. Wenn die Liste leer ist oder die gewünschten Datenträger nicht aufgeführt sind, klicken Sie auf Alle verfügbaren Datenträger anzeigen. Aktivieren Sie in Alle verfügbaren Datenträger anzeigen die Kontrollkästchen neben den Datenträgern, die Sie zum Speichern der Sicherungen verwenden möchten, und klicken Sie auf OK. Aktivieren Sie dann unter Zieldatenträger auswählen erneut die Kontrollkästchen für die Backup-Datenträger.

GUI3
Bild3 GUI3

Die betreffenden Datenträger werden im Windows-Explorer nicht mehr angezeigt, um zu verhindern, dass Daten versehentlich auf den Datenträgern gespeichert und später überschrieben werden und um versehentliche Datenverluste zu vermeiden.

GUI4
Bild4 GUI4

Bewährte Praxis ist die Bezeichnungen der GUI (Beschriftungsinformationen) zu notieren und an jedem externen BackUp-Datenträger physikalisch anzubringen.

Für ältere Systeme kann man sich wie folgt helfen: Wenn man mehrere (Wechsel-)Festplatten für die Datensicherung nutzen möchte, ist die Konfiguration jedoch unter Umständen nicht über die GUI möglich, sondern muss über die Konsole (cmd oder Power Shell) erfolgen.

Windows Server-Sicherung – Wechsel-Festplatten hinzufügen

a. Zuerst die Sicherung via GUI mit dem ersten Sicherungsziel erstellen
b. Jetzt das erste Sicherungsziel (erster Backup-Datenträger) entfernen und den zweiten Backup-Datenträger (zB USB-Festplatte) anschließen.
c. Konsole (PowerShell) als Administrator ausführen
d. Jetzt folgenden Befehl gemäß Bild2 eingeben:

> wbadmin get disks
Bild2 wbadmin
Bild3 wbadmin

Nach einer kurzen Zeit wird eine Liste mit allen Datenträgern angezeigt.

e. Merke oder notiere dir nun die Datenträger-ID der externen Festplattee

f. Nun wird die externe HDD als Sicherungsziel hinzugefügt:

>wbadmin enable backup -addtarget:{0005f107-0000-0000-0000-000000000000}

Die nun folgenden Abfragen mit Ja oder Nein beantworten.

Die Schritte b-f muss man nun für alle Backup-Datenträger durchführen.

Mein Fazit
Auf Grund der Möglichkeit der Sicherung eines Systems zur Laufzeit und der Integration im Betriebssystem (Sicherung und Wiederherstellung) begeistert das quasi kostenlose Produkt. Die sinnvolle Integration in ein mehrstufiges Sicherungskonzept ist leicht möglich.

Typischerweise sichert man Serversysteme immer mehrfach: mit Hilfe der Windows Server-Sicherung zu Recovery-Zwecken und zusätzlich auf Mail-,  Datenbank- und Datei-Ebene mit weiteren Technologien und Backup-Produkten. Man/frau sollte immer bedenken: Eine Wiederherstellung kann immer nur dann zügig funktionieren, wenn bereits im Vorfeld verschiedenste Aspekte bedacht und Rücksicherungen auch erprobt wurden.

Ende!