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Rückreise Hünxe 20160802

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

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Zweiundfünfzigster Tag, 2. August 2016

Mit dem Zug von Trier über Koblenz und Duisburg nach Voerde und mit dem Fahrrad von Voerde nach Hünxe

Rückreise  Trier – Hünxe

Trier, Koblenz, Duisburg, Voerde, Hünxe

Trier 0,25  Fahrradkilometer
Trier – Koblenz xxx Zugkilometer
Koblenz – Duisburg xxx Zugkilometer
Duisburg – Voerde xxx Zugkilometer
Voerde – Hünxe 11,75  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.435 Fahrradkilometer

Tachoabgleich

Sigma Tacho-Offset Gustav 4.242 km am 12.06.2016
Sigma Tacho-Offset Waltraud 737 km am 12.06.2016

Sigma Tacho-Offset Gustav 5.610 km am 02.08.2016
Sigma Tacho-Offset Waltraud 2.089 km am 02.08.2016

Gesamtstrecke gemäß Tacho Gustav 1.368 km
Gesamtstrecke gemäß Tacho Waltraud 1.352 km
Gesamtstrecke gemäß Navi Gustav 1.435 km
Die Abweichungen von 67 km bzw. 16 km erklären sich im Wesentlichen aus zwei Effekten:
a) manchmal vergisst man/frau den Tacho anzudocken
b) durch die Abweichung bei der Positionsermittlung des GPS ergeben sich auch Strecken-km bei den Pausen.

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 2. August 2016

Voerde-Huenxe

Gesamtstrecke: 11150 m
Maximale Höhe: 68 m
Minimale Höhe: 23 m
Gesamtanstieg: 89 m
Gesamtabstieg: -131 m
Download file: Voerde-Huenxe20160802.gpx

Trier Hbf 02.08. ab 10:32 Uhr
Koblenz Hbf 02.08. an 11:55 Uhr Gleis 9
RE 4113, RE 5113

Koblenz Hbf 02.08. ab 12:13  Uhr Gleis 3
Duisburg Hbf 02.08. an 13:44 Uhr Gleis 13
45 Minuten verspätet
IC 2218 2 Sitzplätze, 2 Fahrräder, Wg. 3, Pl. 45 46,
151-152, Tisch, Nichtraucher, Res.Nr. 8029 8008 8303 29

Duisburg Hbf 02.08. ab 14:45 Uhr Gleis 12
Voerde(Niederrhein) 02.08. an 15:25 Uhr Gleis 2

Rückreise vom Dienstag, den 2. August 2016

Nach vielen schönen Tagen mit blauem Himmel und bestem Wetter begleitet uns am letzten Tag leichter Nieselregen von Trier bis Hünxe.

In Trier starten wir leicht verspätet. Der Anschlusszug in Koblenz hat ebenfalls eine Verspätung. Der IC ist im Fahrradabteil komplett voll. Viele Fahrradfahrer sind auf der Rückreise. Beim Einsteigen helfen wir uns gegenseitig. Alles klappt gut. Wir führen das eine oder andere interessante Gespräch mit Radreisenden aus Bremen, Oldenburg und Magdeburg. In Duisburg kommen wir mit einer 45 minütigen Verspätung an. Auch der Regionalzug nach Voerde ist verspätet.

In Voerde machen wir in der Bäckerei noch mal halt für einen Kaffee und nehmen Brötchen für das Abendbrot zu Hause mit. Im Nieselregen fahren wir abschließend von Voerde nach Hünxe.

Kurz nach 16:30 Uhr sind wir nach einer langen Pilgereise wohlbehalten, glücklich, zufrieden, dankbar und demütig wieder zu Hause in Hünxe. Unverletzt und ein wenig stolz blicken wir auf unsere 52 Tage und 1.435 km mit dem Fahrrad „Auf den Spuren der Jakobspilger“ zurück.

Organisatorisches und technisches Fazit

Wetter

Insgesamt war das Wetter sehr gut. Bei 52 Tagen haben wir natürlich nicht nur Sonne und strahlend blauen Himmel erwartet. An der Loiré waren auch ab und zu Nieselregen und Schauern dabei. Ein, zwei, drei Regentage am Anfang und am letzten Tag konnten uns die wunderbare Reise natürlich nicht verderben. Dank Funktionsklamotten sind wir damit gut klar gekommen. Der am fünten Tag nachgekaufte Regenponcho kam erfreulicherweise nur einmal beim Schauern zum Einsatz.

An der Loiré begann unser Tag nach dem Wecken um 7 Uhr meist mit einem Blick auf die Wetter-App. Später am Atlantik reichte dafür ein Blick in den blauen Himmel.

Hochwasser

Die Loiré ist gut gefüllt. Die Hochwasser durch den europaweiten Starkregen Anfang Juni 2016 waren verschwunden. Einige Auswirkungen in Form von Pfützen und verschlammten Wegen haben wir noch „erfahren“. Hier und da war auch noch ein Wegabschnitt gesperrt.

Essen und Trinken

Das Essen während der gesamten Tour war – bis auf eine Ausnahme in einem Imbiss – wirklich gut bis sehr gut. Sowohl unsere Vespern im  Freien mit Baguette und Wurst oder Käse als auch die Imbisse, Brasserien und Restaurants haben wir sehr genossen. Dabei haben wir versucht landestypisches und regionaes bei unserer Auswahl den Vorzug zu geben. Wir konnten viel neues im Abauf und Inhalt kennenlernen und geniessen. Nicht zu vergessen unsere Kaffee- und Wasserpausen am Vormittag, die wir während der Reise zu einem sehr schönen Ritual entwickelt haben.

Trotz des guten Essens ist unser Gewicht stabil geblieben! Wahrscheinlich ist der Fettanteil etwas geringer geworden und der Muskelanteil etwas gestiegen. Walli sieht schlanker aus und meine heimatlichen Hosen rutschen etwas. 🙂

Sprache

Unsere paar Brocken französich für die Reise haben uns  gut geholfen und sind oft der „Türöffner“. Die App von Pons auf unseren Smartphones konnte uns auch gelegentlich beim Studieren der Speisekarte weiter bringen. Auch das Vorsprechen der Vokabeln durch die Smartphone-App hat uns in den sieben Wochen doch hier und  da noch etwas weiter gebracht. Meine täglich meist mehrfach aufgegebene Bestellung mit zwei erhobenen  Fingern und breitem Lächeln: „deux grand café s’il vous plaît“ konnte ich in den sieben Wochen perfektionieren. 😉

Im übrigen sprechen heute viele (junge) Franzosen englisch. Nach unseren Erfahrungen tun sie das inzwischen sogar gerne, sofern man/frau sich bemüht hat die Begrüßung und sein Anliegen mit einigen französischen Vokabeln vorzubringen.

Hotels

Die Hotels und privaten Unterkünfte in Frankreich sind nicht billig. Meist bekommt man dafür auch gute bis sehr gute und teilweise luxeriöse Unterkünfte. Aber wir hatten auch abgewohnte Einrichtungen und schlichte Hotels dabei. Die Betten sind meist französich und von den Maßen eher knapp und haben eine gemeinsame Zudecke. Die Qualität der Matratzen war jedoch fast immer ausgezeichnet. Wo es ging, hatte ich Einzelbetten gebucht. Dabei viel mir während der Reise auf, dass dies wohl in Frankreich für ein Paar eher ungewöhnlich ist. Denn in jedem Hotel wo ich Einzelbetten gebucht hatte, wurde von der Rezeption mindestens ein bis zwei mal charmant nachgefragt, ob ich auch wirklich zwei Einzelbetten statt einem französichen Bett haben wolle.

Da wir in der französichen Ferienzeit und am französischen Nationalfeiertag unterwegs waren und wir kein Riskio bei den Übernachtungen haben wollten, hatte ich fast alle Unterkünfte letztes Jahr im Oktober vorgebucht. Einige Hotels habe ich im Internet direkt gebucht. Die meisten jedoch über ein Buchungsportal. Damit konnten wir sehr gut die Übersicht behalten. Auch gelegentliche  Rückfragen und die Nachfrage für den Fahrradunterstand haben damit sehr gut funktioniert.

Waschen

Wenn man/frau 52 Tage unterwegs ist, ist in der Regel jeden zweiten, spätestens jeden dritten Tag Waschtag. Unsere mitgeführtes Waschmittel haben wir ungenutzt wieder mitgebracht. Mit den Shampoo im Hotel ging auch das Wäsche waschen sehr gut. Manchmal haben wir normale Kleiderbügel oder einen Fön zum schnelleren Trocken vermisst. Als Wäscheklammern haben wir Sicherheitsnadeln benutzt.

Wege, Etappen und Ruhetage

Insgesamt elf Ruhetage sorgten für Entspannung, Erholung und Entschleunigung zwischendurch. Die einzelnen Etappen hatte ich meist so kurz gewählt, dass diese in der Regel bequem und ohne Stress zu schaffen waren. Wobei die Entfernung der Etappe nur ein wichtiger Parameter ist. Der andere ist die Beschaffenheit und der Belag der Strecke. Und der dritte Parameter ist das Höhenprofil. Mit dem vierten Parameter Gegenwind hatten wir meistens sehr viel Glück. So können 60 Kilometer auf einer frisch asphaltierten Strecke viel harmloser sein, als 25 Kilometer auf Schotter oder Asphalt mit Baumwurzeln und Schlaglöchern.

Gefühlte 80 % des diesjährigen Streckenabschnitts Orléans – Bayonne sind asphaltierte Wege mit unterschiedlicher Qualität. Am Atlantik fahren wir auch sehr oft zweispurige Fahrradautobahnen, die kilometerlang geradeaus gehen, um dann eine scharfe 90 ° Kurve zu machen. Weitere geschätzte 15 % sind rauhe Pisten aus Schotter, Pflaster, aufgebrochenem Teer mit teilweise freiliegenden Baumwurzeln und plötzlich auftauchenden Schlaglöchern oder „tauben und blinden“ Fußgängern. 😉 Die gefühlten restlichen 5 % sind schwierige Strecken mit Schlamm, Pfützen oder schmalen Pfaden und engen Wegen an steilen Abgründen – manchmal nicht ungefährlich. Einige Brücken erforderten auch konsequentes Fahren ohne zu zögern. Das gilt auch im gut funktionierenden und oft anzutreffenden Kreisverkehr. Relativ selten waren wir auf Straßen mit stärkerem Autoverkehr unterwegs. Hier haben wir sicherheitshalber unsere gelben Warnwesten übergezogen.  Alles in allem ein guter Weg und  ein wunderbarer Streckenabschnitt.

Kirchen, Schlösser, Spuren der Jakobspilger, Begegnungen

Eine unübersehbare Zahl von oft prachtvollen Gebäuden aus vergangenen Zeiten, alte geschichtsträchtige Schlösser und Kirchen konnten wir sehen. Viele Zeugnisse der Pilgerwege haben wir gefunden. Zeit zum Innehalten haben wir uns oft genommen. Kurze und längere Begenungen haben uns beflügelt und beseelt. Beeindruckt haben mich u.a. besonders zwei Kirchen der Jakobspilger am Atlantik, die von Wanderdünen verschüttet waren und die heute wieder frei sind.

Bausünden und Natur

Neben den modernenBausünden in einigen Badeorten, gab’s auch viel Bewahrtes und geschmackvoll integriertes zu bestaunen. Auch bei den Radwegen und Boulevars  gibt es  oft tolle Ausführungen, die uns gut gefallen und gut getan haben.

Reichlich Natur mit interessante Landschaften, Feldern, Flüssen, Wäldern, Dünen, Strände, Steilküsten, Klippen, Sümpfe, Salzwiesen und Auen haben wir gequert, überwunden, durchfahren, erleben, geniessen und bestaunen können.

Karten, Reiseführer, Navigation, Blog

Wir sind praktisch ohne  Karten aus Papier gefahren. Die Etappe habe ich an Hand der dokumentierten Pilger- und Radwege im Navi zu Hause am PC vorgeplant. Dazu habe ich im Vorfeld umfangreich im Internet recherchiert und mehrere Reiseführer sowie zahlreiche Reiseberichte gelesen.

In den größeren Städten haben wir die touristischen Karten der Hotels oder von der Tourist Information zusätzlich zur Orientierung benutzt.

Die einzelnen Etappen und wichtige Wegpunkte sowie Alternativen habe ich mit Basecamp editiert, als Backup-System auf meinem Blog in den Planungsbereich geladen und natürlich in den Fahrrad-Navi überspielt. Getreu dem Moto: „Wer gut plant, kann nachher besser improvisieren.“

Auf der Reise hat Walli parallel zwei gedruckte Reiseführer benutzt. Zum einen aus dem Marco Polo Verlag: „Loire-Tal“ von Peter Bausch und zum anderen den französichen Radführer  über den Radweg „Vélodyssée“ mit dem Titel „La côte Atlantique à vélo de Nantes à Hendaye„.

Die Blogartikel habe ich als verstecken Beitrag zu Hause pro Tag vor der Reise vorbereitet. Und in der Regel am gleichen Abend unterwegs mit Text und Bildern gefüllt und dann aktiviert. Die Bilder stammen bis auf wenige gekennzeichnete Ausnahmen von Walli und mir. Die Blogbeiträge sind dadurch aus der noch frischen Erinnerung entstanden. Während des Fahrens habe ich versucht möglichst für mich Interessantes gedanklich aufzunehmen und im Kopf vor zu formulieren. Diese Gedanken sind dann oft abends abrufbar und direkt in den Blog als Tagesbericht geflossen.  Parallel dazu hat Walli die Texte in einem ersten Durchgang korrektur gelesen. Für die Arbeiten am Blog haben wir meist den Laptop und gelegentlich auch die Smartphones benutzt. Die realen gefahrenen Routen habe ich tagsüber mit dem Navi aufgezeichnet und via Laptop in den Blog hochgeladen.  Kleinere Nacharbeiten und Korrekturen erfolgen in der nächsten Zeit.

Zusätzlich habe ich unterwegs kurze Videos gedreht und original Tonaufnahmen erstellt. Alles zusammen bilden das  Rohmaterial für einen neuen Vortrag, den ich nach dem dritten Streckenabschnitt 2017 erstellen möchte – nachdem wir Santiago de Compostela als Radpilger erreicht haben.

 Pannen und Verschleiß

1 Satz Pedale, 1 Mantel, 1 Schlauch, Flickzeug, Kettenöl, 1 Luftpumpe bis  6 Bar, 1 Kettenschutz, 1 Schutzblechhalterung, 1 Paar Radlerschuhe, 1 Sattel

Was hatten wir mit und was haben wir davon nicht gebraucht

Noch beim Auspacken sortieren wir die Dinge an die Seite, die wir nicht gebraucht haben oder das nächste mal zu Hause lassen wollen:

[table id=2 /]

Mit anderen Worten 5,5 kg Gepäck könnten wir das nächste mal einsparen!

Was haben wir vermisst und was wollen wir das nächste mal mitnehmen

eigentlich nix, oder vielleicht doch einen Fön (?),
meint Walli (zum Socken trocknen)

Packliste Walli

Aus den Erfahrungen der diesjährigen Tour hat Walli für sich eine überarbeitete Packliste erstellt:

3 Paar Socken
2 Unterhosen
2 Radler-Unterhosen
1 Unterhemd für abends
1 Top
2 Funktionsunterhemden
2 Radler-Funktionsshirts
1 Radler-Weste
1 Radler-Short kurz
1 Radler-Short 3/4
1 Radler-Hose 3/4
1 Zipp-Hose für Abends
2 Shirts für abends
1 Plüsch-Shirt für abends
1 Jacke für abends
1 leichte Strickjacke für abends
1 Nachthemd
1 gelbe Warnweste
1 Schirm
1 Regenponcho
1 Funktions-Regenjacke
1 Regenhut
1 Sonnenblende
1 Badeanzug
1 Bademantel
1 Fön
1 Badetasche mit Inhalt
1 Paar Pantoletten
1 Brille
1 Sonnenbrille
1 Smartphone
2 Trinkflaschen
das passt locker in zwei Radtaschen und die Lenkertasche

Packliste Gustav

2 Paar Falke Socken R/L
2 Unterhosen für abends
1 Unterhemd für abends
1 Funktions-Polo-Shirt für abends
1 Funktions-Zipp-Hose für abends
1 Paar wasserfeste Sandalen für abends
2 Funktions-Radler-Shirts halbarm
1 Funktions-Radler-Shirt langer Arm
1 Funktions-Radler-Shirt ohne Arm
2 Radlerunterhosen
1 Funktions-Radlerhose kurz
1 Funktions-Radlerhose 3/4
1 Hosenträger
1 Funktions-Weste
1 Funktionsjacke
1 Badehose
1 Multiladegerät
1 Powerbank
1 Windows 10 Pad mit Tastatur
1 Navigator
1 Smartphone
1 Taschenmesser
1 Ersatzbrille
1 Sonnenbrille
1 Paar Handschuhe
1 Unterhelmmütze
1 Fahrradhelm
1 gelbe Warnweste
1 Stirnband
1 Badetasche mit Inhalt
1 Waschmittel
1 Satz Werkzeuge
1 Flickzeug
1 Luftpumpe bis 6 Bar
2 Ersatzschläuche
1 Erste-Hilfe Set
1 wasserdichten Brustbeutel
1 Funktions-Portemonnaie
1 Set Notfall-Medikamente
3 Trinkflaschen
das passt in 2 Radtaschen, 1 Quertasche und die Lenkertasche

Bilder des Tages
Unterkunft

zu Hause in Hünxe
Deutschland

Rückreise Trier 20160801

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Einundfünfzigster Tag, 1. August 2016

Mit dem Fahrrad von Thionville nach Perl und mit dem Zug von Perl nach Trier.

Rückreise  Thionville – Perl – Trier

Thionville, Perl, Trier

Thionville – Perl 34,75  Fahrradkilometer
Perl – Trier  50 Zugkilometer
Trier 0,25  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.423 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Montag, den 1. August 2016

Thionville – Perl 

Gesamtstrecke: 34319 m
Maximale Höhe: 190 m
Minimale Höhe: 148 m
Gesamtanstieg: 218 m
Gesamtabstieg: -255 m
Download file: Thionville-Perl20160801.gpx

Reise: Perl nach Trier Hbf
Datum: 01.08.2016
ab Perl 13:25 Uhr
an Trier Hbf 14:15 Uhr

Rückreise vom Montag, den 1. August 2016

Zum vierten Mal habe ich in diesem Hotel hier in Thionville übernachtet. Das Frühstück hat sich vom französischen petit-déjeuner  in Richtung leckerem continental breakfast entwickelt. Auch das Internet ist jetzt blitzschnell. Sogar ein Backup dieser Website inkl. der MySQL-Datenbank in die Cloud auf mein Googeldrive ist heute Nacht gelungen.

Wir satteln vor der Velo-Garage im Hof auf und schieben die Räder kurz durch die Innenstadt zum Bäcker, um ein Baguette für unterwegs zu kaufen. Dann sitzen wir auf und queren die Mosel.

Als der Lärm der Stadt leiser wird, freuen wir uns auf unsere heutige Etappe über die Grenze. Leichte Schleifgeräusche werden an Wallis Rad hörbar. Wir halten an und stellen fest: Der Kettenschutz hat die gestrige Zugfahrt nicht überlebt und ist unten gebrochen. Jetzt kommt zum ersten mal unser SOS-ERSTE-HILFE Beutel zum Einsatz. (Gott sei Dank). Mit dem Tape können wir den Kettenschutz fixieren und die Schleifgeräusche sind weg.

Es geht den Radweg flussabwärts die Mosel entlang. Der Radweg ist gut fahrbar und führt über weite Strecken über Wirtschaftswege direkt am Fluss entlang und leider auch an einem maroden Atomkraftwerk vorbei.

Wir fahren an den Brombeer-Hecken vorbei, die bei der Hinfahrt blühten. Jetzt sind sie fast abgeerntet. Einige Pflücker begegnen uns.

Nach gut 20 Kilometern kaufen wir Wasser nach und machen Mittagspause. Wir sitzen mit einem anderen Radfahrer auf der Terasse eines Restaurants, dass heute erst im 19 Uhr öffnet. Es gibt Baguette und Dauerwurst aus unseren Vorräten.

Dann folgen wir dem Radweg und queren ein vorletztes Mal die Mosel. Nach rund sechs Wochen Frankreich kommt nun Deutschland immer näher. Noch ein kurzes Stück Landstraße, dann vor unserer letzten Moselbrücke noch eine Trinkpause. Jetzt die Auffahrt zur Brücke mit Schwung anfahren und rüber über die Mosel. Der Radweg läuft jetzt neben der Mosel und den Bahngleisen lang. Auf der anderen Seite der Mosel blicken wir auf Luxemburg.

Kurz vor Perl wird’s nochmal hügelig. Ein letzter steiler Anstieg und wir halten am ehemaligen deutsch/französischen Grenzpunkt. Hier steht auch ein Model vom Eifelturm und es gibt Hinweis-Tafeln auf die französischen Jakobswege.

Wir rollen bergab nach Perl zum Bahnhof ab und sitzen zwei Stunden früher als geplant im Nahverkehrszug nach Trier. Der Zug fährt die Mosel entlang. Wir geniessen die Zugfahrt und den Moselblick. Wir resümieren glücklich, dankbar und demütig über unsere Pilgerfahrt.

Vor dem Einchecken trinken wir noch eine selbstgemachte leckere Limonade im Studentenlokal der Unterkunft. Den Rest-Durst löschen wir mit zwei Kölsch nebenan im Straßencafe beim Türken.

Wir beschliessen noch in der Altstadt und am Dom die Reise bei strahlend blauem Himmel langsam ausklingen zu lassen. Also Klamotten aufs Zimmer, Fahrräder in die Abstellkammer, kurz frisch machen und ein letztes Mal in die „Ausgehkleidung“ schlüpfen, Sandalen an und zu Fuß ab in die City.

In der Dominformation holen wir uns den Abschluss-Pilgerstempel und genießen den Rest des Tages entschleunigt in der Trierer Altstadt. Es ist Fotografier-Wetter.

Bilder des Tages

Unterkunft

TOP EMBRACE
Hotel Vinum Trier
Bahnhofsplatz 7
54292 Trier
Telefon 49 651 994740
Deutschland

Rückreise Biarritz, Paris, Thionville 20160730-31

My Camino Orlèans – Bayonne

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Neunundvierzigster und fünfzigster Tag, 30. und 31. Juli 2016

Abstecher nach Biarritz und dann mit dem Nachtzug von Bayonne nach Paris. Durch Paris mit dem Fahrrad vom Bahnhof Austerlitz zum Bahnhof Ost. In Thionville vom Bahnhof zur Unterkunft.

Rückreise  Anglet – Biarritz – Bayonne – Paris – Thionville

Anglet, Biarritz, Bayonne, Paris, Thionville

Anglet – Biarritz – Bayonne 18  Fahrradkilometer
Bayonne – Paris Gare Austerlitz  XXX Zugkilometer
Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est  Fahrradkilometer
Paris Gare Est – Thionville XXX Zugkilometer
Thionville 2  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.388 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 30. Juli 2016

Anglet – Biarritz – Bayonne 

Gesamtstrecke: 17893 m
Maximale Höhe: 58 m
Minimale Höhe: 2 m
Gesamtanstieg: 255 m
Gesamtabstieg: -267 m
Download file: Anglet-Biarritz-Bayonne2.gpx

IHR E-TICKET Service inklusive: Vélo
BAYONNE > PARIS AUSTERLITZ
Gleis B
30.07 um 20:06 bis 31.07 um 07:20
WAGEN 17 – PLATZ 025 + 026
2. KLASSE / LIEGE
VELO WAGEN 17 OBEN
ZUGNUMMER 4054

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Paris Gare Austerlitz – Paris Gare Est 

Gesamtstrecke: 7855 m
Maximale Höhe: 65 m
Minimale Höhe: 26 m
Gesamtanstieg: 147 m
Gesamtabstieg: -117 m
Download file: Paris20160731.gpx

13h40 PARIS EST – THIONVILLE 15h27
Zugnr. 2817
• Fahrgast 1 : Wagen 011 – Platz 028.
• Fahrgast 2 : Wagen 011 – Platz 027.

Thionville

Gesamtstrecke: 1772 m
Maximale Höhe: 190 m
Minimale Höhe: 171 m
Gesamtanstieg: 47 m
Gesamtabstieg: -60 m
Download file: Thionville20160731.gpx

Abstecher nach Biarritz und Rückreise vom Samstag, den 30. Juli 2016

Nach dem Frühstück holen wir unsere Räder aus dem privaten Garten des Hotel-Direktors in Anglet. Wir fahren sicherheitshalber  mit  unseren gelben Warnwesten zunächst auf der kombinierten Radfahrer- und Bus-Spur in Richtung Biarritz. Dann zweigen wir auf eine Nebenstraße ohne Radweg ab. Über einen ordentlichen Anstieg den wir ein kurzes Stück lieber schieben ereichen wir nach einer längeren Abfahrt den „Grande Plage“ von Biarritz. Das nach wie vor mondäne Seebad hat sich trotz einiger grässlicher Häuser an der Küste seinen Charme – zumindest teilweise – erhalten können.

In Biarritz fahren und schiebem wir zum Strand und den Radweg aus der Stadt hoch. Wir genießen den tollen Ausblick und die Postkarten-Ansichten der Küste und den Leuchtturm.

Kurz nach dem Leuchtturm ist der Radweg neu und doppelspurig mit herrlichen Aussichten angelegt. Wir geniessen unsere letzte Fahrt am Atlantik und kommen zum Hafen von Bayonne zurück. Dort machen wir Mittag.

Nach der guten Mittagspause fahren wir den Radweg am Fluss Ardor entlang zum Bahnhof. Vor dem Bahnhof spielt eine Kapelle und sehr viele Basken feiern kräftig Ihre Fete de Bayonne.

Auch der Gare Bayonne ist stark frequentiert. Wir sehen auch Pilger mit Ihren Rucksäcken und Wanderschuhen aus vielen Ländern. Zum normalen Reisverkehr kommem auch zahlreiche rot/weiße Basken. Die einem reisen teils stark alkoholisiert ab, die anderen kommen feucht fröhlich zum mehrtägigen Stadtfest nach Bayonne.

Wir betrachten das bunte Treiben. Dazwischen jede Menge stark aufgerüstets Sicheheitspersonal von Polizei, Bahn und Militär. Sprengstoffhunde sehen wir im Einsatz.

Der Nachtzug startet pünktlich um kurz nach 20 Uhr. Mit uns steigen noch zwei junge Radfahrerinnen in Bayonne ein. Abgesattelt bekommen wir gemeinsam die Räder die drei Stufen hoch. Das Radabteil ist gut gefüllt. Kaum ist auch Walli mit den Radtaschen drin, rollt der Zug los. Ein junger Radfahrer aus unserem Schlafwagenabteil hilft mit alles unter zu kriegen. Wir haben die oberen Liegeplätze der dreistöckigen Liegen. Ich kann die Mädels leicht motivieren mit uns zu tauschen. Kaum haben wir die Kopfkissen und Decken ausgepackt setzt ein Gewitter ein.

In der Nacht klappt alles besser als erwartet. Wir schlafen zu fünft. Spannend ist es an den Bahnhöfen besonders wenn Fahrräder dazukommen oder andere Radler aussteigen.

Rückreise vom Sonntag, den 31. Juli 2016

Gegen 7:20 Uhr treffen wir in Paris am Gare d’Austerlitz ein. Unser Team von der Nacht lädt zusammen aus. Ein kurzer, herzlicher Abschied und schnell noch ein Foto. Der junge Rafler muss rüber zum Gare Lyon. Für die netten braungebranten Mädels ist Ihr zweiwöchiger Radurlaub am Atlantik zu Ende.

Wir bewegen uns vom Bahnhof Austerlitz zur Seine und zum Gare de L’Est. Paris ist – im Vergleich zu Bayonne gestern abend – morgens um 8 Uhr noch ruhig, wie ein Dorf. Die Pariser und die Touristen scheinen noch zu schlafen oder sind  vielleicht alle am Atlantik. ☺ Selbst die meisten Cafés haben noch zu. Auffällig sind in der sonst noch leeren Stadt die zahlreichen Obdachlosen. Wir kommen ohne den hektischen Verkehr sehr gut durch Paris. Kurz vorm Bahnhof Ost frühstücken wir in einem Straßen-Café.

Nach dem ausgedehnten Frühstück schieben wir unsere Räder zum Bahnhof Ost rüber und fahren mit einem TVG Doppelzug über Metz nach Thionville. In Thionville bin ich nun zum vierten Mal. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Hotel fahren wir über die Mosel und am Rathaus vorbei in die Altstadt. Dort machen wir in der Sonne eine lange Kaffeepause.

Zum Hotel ist es jetzt nu noch ein kurzes Stück. Wir checken ein und testen im Zimmer 15 die Betten. Den Tag beschließen wir in der Altstadt beim Italiener. Hier saßen wir auch vor fünfzig Tagen beim Start unserer Pilgerreise.

Bilder der Tage

Unterkunft

Nachtzug Bayonne – Paris

CITOTEL DES OLIVIERS
1 Rue du Four Banal
57100 Thionville
Frankreich

Anglet 20160729

My Camino Orlèans – Bayonne

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Achtundvierzigster Tag, 29. Juli 2016

Die Stadt Anglet liegt im Arrondissement Bayonne  direkt neben Biarritz, dem See- und Heilbad an der französischen Atlantikküste im äußersten Südwesten Frankreichs .

Etappe  Bayonne – Anglet

Bayonne, Anglet

Bayonne – Anglet 9  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.360 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Freitag, den 29. Juli 2016

Bayonne – Anglet

Gesamtstrecke: 8067 m
Maximale Höhe: 41 m
Minimale Höhe: 3 m
Gesamtanstieg: 139 m
Gesamtabstieg: -140 m
Download file: Bayonne - Anglet.gpx

My Camino vom Freitag, den 29. Juli 2016

Nach dem einfachen Frühstück satteln wir auf und fahren über den Quai und die historische Brücke Pont Saint-Esprit  zur Altstadt. In Bayonne ist großes Fest mit sehr vielen verschiedenen Veranstaltungen. Fast in der gesamte Altstadt ist der motorisierte Verkehr gesperrt. Im Moment ist noch Ruhe vor dem Sturm, so können wir unsere ersten Ziele: Tourist Information und Kathedrale sehr zügig erreichen. Am Château-Vieux werden wir von der überall präsenten Polizei kontrolliert. Wir müssen unsere Gepäcktaschen öffnen und teilweise auspacken.

Aus allen Richtungen strömen rot/weiß gekleidete Menschen in die Stadt. Wir holen uns in der Tourist Information  Stempel für unsere Pilgerausweise. Wir können uns der Magie der Basken nicht entziehen und kaufen uns zwei rote  Dreieckstücher.

In der Kathedrale suchen wir nach der Jakobsfigur. Man nimmt sich uns an und händigt uns einen Plan der Kathedrale aus. Wir bekommen außerdem einen weiteren schönen Jakobus-Stempel. Wir finden innerhalb der Kathedrale die Jakobskapelle (Chapelle Saint-Jacques) und einige offensichtlich sehr alte Darstellungen der Apostel. Zum Beispiel Paulus und Franziskus. Den Jakobus finden wir jedoch heute nicht.

Außerhalb der Kathedrale in Bayonne (La Cathédrale de Bayonne) können wir in den teilweise erhaltenen Kreuzgang schauen. Direkt daneben ist es etwas ruhiger als in der unmittelbaren Innenstadt. Hier machen wir eine sehr entspannte Mittagspause in Mitten einiger vor- oder nachfeiernder Basken. Wir sehen die anderen Schinken und Wurst essen. Wir bestellen das gleiche und bekommen wahre Köstlichkeiten serviert. Der frisch abgeschnittene Schinken aus Bayonne ist eine unverfälschte Spezialität und schmeckt hervorragend. Als ich den reifen Schinken vor mir rieche, werde ich an meine Kindheit in Udenhausen erinnert. Unsere Familie schlachtete im Winter für den Eigenbedarf noch fünf Schweine. Damals wurde der Schinken im Frühjahr angeschnitten, wenn der Kuckuck rief.

Das große Volksfest Fêtes de Bayonne zieht massenhaft Menschen in die Stadt. Fast alle sind rot/weiß gekleidet. Wir schieben unsere Räder durch die Altstadt und verlassen die sich füllenden Straßen in Richtung Anglet. An einem großem Kreisverkehr mit Ampeln fädeln wir uns auf die D810 ein. Die Straße ist vierspurig und die äußeren Spuren sind kombinierte Bus-/Fahrradspuren. Der Verkehr ist hektisch und die Anstiege fordern uns bei der Hitze noch mal ordentlich. Anglet liegt zwischen Bayonne und Biarritz und wird entlang unserer Etappe von neueren Gebäuden dominiert. Nach wenigen Kilometern sind wir an der Unterkunft. Die Rezeption im Hotel öffnet erst um 17 Uhr. Zeit zum Innehalten und für eine ausgiebige Kaffeepause in einem Steakhaus nebenan auf der schattigen Terrasse.

Den geplanten Abstecher zur Strandpromenade von Biarritz am Grand Plage mit dem 73 m hohen Leuchtturm verschieben wir auf  morgen.

Pünktlich um 17 Uhr checken wir ein. Die Räder kommen in den privaten Garten des Hotel-Direktors. Zu Abend essen wir sehr gut in dem schon nachmittags erprobtem Steakhaus.

Den wunderschöner Tag in Bayonne  lassen wir in  Anglet entspannt ausklingen.

Bilder des Tages

Unterkunft

Hotel Altica Anglet
10 Allee Du Cadran Zone Du Busquet Rn 10
64600 Anglet
Frankreich

Bayonne 20160728

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Siebenundvierzigster Tag, 28. Juli 2016

Bayonne liegt im französischen Teil des Baskenlandes am Zusammenfluss der Flüsse Adour und Nive.  Bayonne ist auch durch das Volksfest Fêtes de Bayonne bekannt. Das fünftägige Fest beginnt traditionell an dem Mittwoch, der dem ersten Sonntag im August vorangeht.

Etappe  Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne

Vieux-Boucau-les-Bains, Bayonne

Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne 51  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.351 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 28. Juli 2016

Vieux-Boucau-les-Bains – Bayonne

Gesamtstrecke: 50249 m
Maximale Höhe: 20 m
Minimale Höhe: -5 m
Gesamtanstieg: 465 m
Gesamtabstieg: -474 m
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My Camino vom Donnerstag, den 28. Juli 2016

Nach 2 Nächten im Badeort Vieux-Boucau-les-Bains brechen wir nach dem französischen Frühstück zur letzten größeren Etappe dieser Pilgerreise auf.

Um kurz vor 9 Uhr sitzen wir im Sattel und verlassen die Einkaufsstraße Richtung Radweg. Der Himmel ist heute morgen bedeckt und wir fahren bei etwas über 20 °C los.

Weite Teile des Radwegs sind auch heute mit dem Jakobspilgerweg identisch. Unterwegs sehen wir zahlreiche Wegweiser zum Pilgerweg.

Zunächst ist der Radweg in der von gestern gewohnten Qualität der Fahrradautobahn. Die Steigungen sind gering und es ist fast windstill. Wir kommen zügig durch die schon gewohnte Dünen- Wald- und Heidelandschaft voran.

Dann kommen wir nach einer Stunde Fahrt an geschälten Korkeichenbeständen vorbei. Bei dem Anblick graust es mir. Hier im Südwesten von Frankreich möchte ich keine Korkeiche sein, der alle paar Jahre die Haut pardon die Rinde geschält wird.

Ab hier teilen sich Fußgänger und Radfahrer den Weg. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme sollte das keine Schwierigkeit sein – denken wir. Der Weg wird im weiteren Verlauf sowohl von Rennradfahrern, Mountainbikern, Ausflugsradlern und Trekking-Radfahrern, Joggern, Skatebordfahrern, Rollerfahren, Wanderern, Fußgängern, Kinderwagen etc. mit hohem Aufkommen in beiden Richtungen genutzt und kreuzt sehr oft mit abgesicherten Übergängen die Straße. Zwischendurch wird der Weg auch mal ruppig und eng. Abschnittsweise ist der Weg stark überlastet. Das alles fordert über 40 Kilometer unsere wirklich volle Aufmerksamkeit. Das kostet besonders in den langen Ortsdurchfahrten viel mehr Kraft als wir uns für den heutigen Tag vorgestellt haben.

Trotz ordentlicher Pausen und moderaten Temperaturen sind wir letztendlich doch gestresst als wir endlich in Bayonne am Fluß  Adour ankommen.

Umso mehr genießen wir den Quai in 1a Radwegqualität. Hier können wir die letzten Kilometer entspannt fahren und nehmen uns Zeit für die Skyline der Altstadt. Seit gestern ist hier die Fêtes de Bayonne  mit zahlreichen Veranstaltungen. Auf dem gegenüberliegendem Ufer sehen wir auch die großen Fahrgeschäfte. Am Quai sind auch zahlreiche Basken in weiß mit roten Halstüchern unterwegs. Auch die ersten Baskenmützen tauchen auf.

Gegen 16 Uhr erreichen wir unsere Unterkunft. Auch hier begrüßt uns die Rezeptionistin in weiß mit rotem Halstuch. Wir checken ein und machen erst mal Pause. Den Besuch der Altstadt verschieben wir auf den morgigen Freitag. Zum Abend sind wir regeneriert und essen im angegliederten Grill-Restaurant.

Das Hauptziel der Pilgerreise die Altstadt von Bayonne wird von uns morgen erreicht. Bis zum historischen Zentrum sind’s vom Hotel zirka zwei Kilometer.

Brücke St. Esprit  in Bayonne

Flussüberquerungen stellten damals die größten Gefahren dar. Beim Überschreiten einer Furt wurden die Pilger am anderen Ufer oft von Räubern erwartet, Fährleute betrogen sie um ihre Habe. So war der Bau der, Brücke St. Esprit über den Adour im Jahre 1125 eine große Erleichterung für alle Pilger auf dem Weg nach Santiago. In der Folge des nun besonders starken Besucherstromes erbaute der Hospitalierorden die Stiftskirche St. Esprit am Ende der Brücke. Sehenswert ist in dieser, im 15. Jh. veränderten Kirche, das schöne Gewölbe mit Sternen und einer Darstellung der Flucht aus Ägypten. Nach der Brücke erreichten die Pilger die Stadt Bayonne, wo das Haus Nr. 43 in der Rue Maubec mit dem Zeichen der Muschel noch an das ehemalige Hospitalier Hospiz erinnert.

Kathedrale Sainte Marie

In der Kathedrale Sainte Marie deutet eine Jakobsstatue aus dem 13. Jh. auf die damalige  Bedeutung der Stadt. Dieser bemerkenswerte Sakralbau wurde an der Stelle einer romanischen Kirche ab dem 13. Jh. erbaut. Er ist ein seltenes Beispiel einer Kathedrale des Midi, die den gotischen Stil des Nordens vorweist. Der danebenliegende Kreuzgang war einst der größte in ganz Frankreich, von den ursprünglichen Galerien ist nur noch ein Teil erhalten.

Altstadt

Ab Mitte 17. Jh. war Bayonne ein wichtiger Hafen für die Einfuhr von Mais und Schokolade. Beim Bummel durch die hübsche Altstadt mit Patrizierhäusern und Fachwerkbauten verlocken die „Chocolatiers“, die handwerklichen Schokoladenhersteller.
Quelle: Thekla Schrange † und Aloys Schäfer

Bilder des Tages
Unterkunft

ibis budget Bayonne
6 avenue du Grand Basque
64100 Bayonne
Frankreich

Vieux-Boucau-les-Bains 20160726-27

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Fünf- und sechsundvierzigster Tag, 26. und 27. Juli 2016

Bis 1578 hieß Vieux-Boucau Port d‘Albret und war ein wichtiger Hafen am Adour. Nach der Umleitung des Flusses wurde der Hafen aufgegeben und der Ort erhielt den Namen, der Alte Mündung bedeutet. Durch den Ort führt ein Kanal, der einen zentral gelegenen, 60 ha großen Salzwasser-Badesee speist.

Etappe   Mimizan Plage – Vieux-Boucau-les-Bains

Mimizan Plage, Contis-Plage, Léon, Vieux-Boucau-les-Bains

Mimizan Plage – Vieux-Boucau-les-Bains 65 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.300 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Dienstag, den 26. Juli 2016

Mimizan Plage, Vieux-Boucau-les-Bains

Gesamtstrecke: 64644 m
Maximale Höhe: 39 m
Minimale Höhe: -37 m
Gesamtanstieg: 658 m
Gesamtabstieg: -610 m
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Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 27. Juli 2016

Die Räder bleiben im Stall. Wir schlendern zu Fuß an diesem  Ruhetag durch den Badeort Vieux-Boucau-les-Bains.

My Camino vom Dienstag, den 26. Juli 2016

Nach zwei Nächten im Badeort Mimizane-Plage satteln wir heute nach dem guten Frühstück gegen 8:30 Uhr und einem kurzen Plausch mit dem sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal vom Hôtel Bellevue auf.  Wir starten mit  reichlichen Wasservorräten direkt auf dem Radweg, der an der Unterkunft liegt. Der Himmel ist heute morgen überwiegend bedeckt. Dadurch hält sich die Temperatur mit knapp über 20 °C auf einem sehr fahrtauglichem Wert.

Vor uns liegt eine Etappe mit 65 Kilometern durch Dünen-, Wald- und Heidelandschaften. Der zweispurige Radweg hat einen recht neuen Belag und ist zu 95% in einem Topzustand. Trotzdem ist die Strecke für uns  durchaus anspruchsvoll. Die ersten gut 40 Kilometer geht’s durch die Dünenlanfschaft. Die Steigugen sind beachtlich. Die Hügel sind meist kurzwellig, d.h. in den kurzen Abfahrten können wir oft Schwung für die sich anschliessende Auffahrt nehmen. Dadurch kommen wir zu unserer eigenen Überraschung flott voran und erreichen für uns Entschleunigte ein hohe Durchschnittsgeschwindigkeit vpn 16 km/h. Wir sind durch den gestrigen Ruhetag ausgeruht und überhaupt gut in Form. Die Dünenlandschaft ist oft licht bewaldet und an vielen Stellen blüht die Heide. Bei einer Atempause entdecken wir staunend Korkeichen.

Wind kommt nur sehr wenig auf. Die Sonne versteckt sich vormittags noch hinter den Wolken. Die Temperaturen steigen daher nur moderat an. Ideales Radlerwetter am heutigen Vormittag. Das scheinen auch andere Radfahrer so zu sehen. Der Rad- und Jakobsweg ist stark befahren.

Wir machen zahlreiche Trinkpausen. In Contis-Plage auch unsere beliebte Kaffee- und Wasserpause. Wir sitzen in zwei alten, dicken Sesseln. Andere Fernradfahrer frühstücken hier. Es ist sehr gemütlich. Aber irgendwann  müssen wir weiter.

Nach gut 40 Kilometern gehen wir beim heftigsten Anstieg des Tages aus dem Sattel und schieben ein kurzes Stück. Dann folgt eine lange und teilweise steile Abfahrt. Die Dünenetappe liegt danach für heute hinter uns. 

Am See L’étang de Léon machen wir Mittagspause. Auch hier kommen wir mit anderen Radfahrern ins Gespräch, die uns wegen unserer stark beladenen Räder ansprechen.

Nach der Mittagspause wird der Weg zur französischen Pilgerstadt Léon für kurze Zeit etwas ruppig. Auch die Sonne meldet sich zurück und bruzelt mit voller Kraft. Schnell sind wieder über 30 °C erreicht. Die Auffahrt zur Kirche lassen wir wegen dem Anstieg und der Mittagshitze aus.

Schafhirten sind hier (Landes) wohl früher auf Stelzen durch die Gegend gelaufen, damit sie in der hohen Heide Ihre Schafe finden. Der Ort Léon trägt solch einen Schäfer auf Stelzen sogar im Wappen.

In den Wäldern mit Pinien und Kiefern kommen wir an zahlreichen Campingplätzen und Jugendcamps vorbei.

Hinter Léon wird der Weg wieder exzellent. Den leichten, kontinuierlichen Anstieg kriegen wir gut hin. Hier gibt’s entlang des Weges sogar schattige Bänke, die wir gerne nutzen. Nach jedem Anstieg folgt ein Abstieg. Die leichte Abfahrt nutzen wir bis zum Tagesziel aus und fahren teilweise längere Abschnitte im größten Gang.

Gegen 16 Uhr liegt eine der längsten Etappen dieser Tour hinter uns. Im Hotel starten wir vor dem Eincheken mit einerTrinkpause und freuen uns, dass die Etappe sehr gut gelaufen ist und wir wenig erschöpft, ja fast noch fit am Tagesziel sind.

Wir bringen das Gepäck in den zweiten Stock und die Räder in den Stall. Dann folgt die übliche Fahrradpilger-Routine: waschen, duschen, kurz schlafen, Ort erkunden, gemütliche Möglichkeit für’s Abendessen und den Tagesausklang suchen. Zu Abend essen wir heute im Hotel.

My Camino vom Mittwoch, den 27. Juli 2016

Nach dem französischen Frühstück geht Walli den Ort erkunden und Wasser einkaufen. Ich sitze auf der Terrasse des Hotels im Schatten, schaue dem startenden Treiben auf der Einkaufsstraße zu. Zwischendurch editiete ich den gestrigen Tagesbericht mit dem Smartphone.

Zur Mittagszeit geniessen wir die Sonne und laufen bis zum Salzwassersee Lac Marin vor. Direkt am Ufer lassen wir die Kaffeepause  non stop in eine längere Mittagspause in einer Brasserie am Salzsee übergehen.

Nachmittags ruhen wir total entschleunigt auf dem Zimmer aus.

Zeit zum Innehalten. Unsere diesjährige große Reise – unser Weg  2016 – geht nun mit großen Schritten dem diesjährigen physikalischen Zielort Bayonne entgegen. Wir haben auf diesem Streckenabschnitt seit Orléans vieles „erfahren“.  Dankbar und demütig schauen wir schon heute erfüllt auf die letzten sechsundvierzig Tage zurück. Am morgigen Donnerstag startet unsere letzte größere Fahrrad-Etappe auf der Hinfahrt dieser Pilgerreise.

Bilder der Tage

Hôtel Marinero
15, Grand Rue
40480 Vieux-Boucau-les-Bains
Frankreich

Mimizan Plage 20160724-25

My Camino Orlèans – Bayonne

Hinweise und Links auf die übrigen, realen Etappen finden Sie / findet Ihr hier.

Drei- und vierundvierzigster Tag, 24. und 25. Juli 2016

Der Glockenturm der Kirche Notre-Dame in Mimizan aus dem 13. Jahrhundert ist als Teil des französischen Jakobsweges nach Santiago de Compostela seit 1998 Weltkulturerbe der UNESCO. Von der ehemaligen Klosterkirche der Benediktiner sind noch Überreste vorhanden.

Etappe   Biscarrosse – Mimizan Plage

Biscarrosse, Gastes, Mimizan, Mimizan-Plage

Biscarrosse – Mimizan-Plage 42  Fahrradkilometer
Rundfahrt Mimizan-Plage 13  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.235 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Sonntag, den 24. Juli 2016

Biscarrosse – Mimizan Plage

Gesamtstrecke: 41127 m
Maximale Höhe: 37 m
Minimale Höhe: -0 m
Gesamtanstieg: 286 m
Gesamtabstieg: -306 m
Download file: Biscarrosse - Mimizan-Plage.gpx

Tatsächliche Route vom Montag, den 25. Juli 2016

Rundfahrt Mimizan

Gesamtstrecke: 12512 m
Maximale Höhe: 17 m
Minimale Höhe: -14 m
Gesamtanstieg: 147 m
Gesamtabstieg: -129 m
Download file: Rundfahrt Mimizan.gpx

My Camino vom Sonntag, den 24. Juli 2016

Nach dem Frühstück holen wir die Räder aus der Velo-Garage und satteln bei teilweise leicht bewölktem Himmel und 20 °C auf. Der Fahrradweg verläuft fast direkt am Hotel vorbei. Wir finden ihn mit Hilfe des Navis leicht. Außerdem haben wir gestern – als wir auf der Terrasse  des Hotels unseren Durst löschten – das australische Trekking-Paar dort in Sichtweite vorbeiradeln sehen.

Der Fahrradweg ist auch hier wieder doppelspurig als „Fahrrad-Autobahn“ ausgeführt. Der Belag ist 1a und wir kommen sehr gut voran. Abschnittsweise sind der Fahrradweg und der Jakobsweg heute identisch.

Im Gegensatz zu gestern ist die heutige Etappe sehr leicht und eher erholsam zu fahren. Nur zum Schluss haben wir eine Düne mit einer ordentlichen Steigung zu bezwingen.

Der Himmel wird strahlend blau und die Temperaturen erreichen gegen 11 Uhr 25 °C. Da wir gut voran kommen, machen wir heute genügend Trinkpausen. Auf dem Radweg ist am heutigen Sonntag einiges los. Bei der Ortsausfahrt aus Biscarrosse zelten zwei schwer beladene Tandemfahrer direkt am Radweg. Die beiden waren wohl gestern genauso kaputt wie wir.

Am See Étang de Biscarrosse Et de Parentis machen wir in Gastes gegen 10:30 Uhr eine längere Pause. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit ist heute morgen auf Grund der sehr gut befahrbaren „Radautobahn“ entsprechend hoch. Hier treffen wir auch auf andere Trekking Fern-Radreisende, die sich im gleichen Lokal erfrischen.

Dann geht’s durch Wald und Feld weiter zum nächsten See Étang D’Aureilhan. Gut das wir in Gastes die erste Einkehrmöglichkeit an der Etappe genutzt haben, denn weitere bieten sich bis zum Tagesziel nicht. Wir haben genug Wasser dabei, so dass dies kein Problem ist.

Auf den letzten Kilometern  der heutigen Etappe wählen wir den Weg am Militärgelände vorbei durch die Dünen. Hier müssen wir eine ganz ordentliche Steigung bei inzwischen 30 °C meistern. Harmlos, gegenüber den sehr vielen Steigungen gestern. 😉

Auf der Avenue des Champs Élysées in Paris gewinnt der 34-Jährige André Greipel im Massensprint und sorgte für den vierten deutschen Sieg in Folge auf dem Pariser Boulevard. Noch vor der Tour de France, die heute zu Ende geht und die der Brite Christopher Froome gewinnt, erreichen wir dopingfrei und entschleunigt unser heutiges Ziel.

Bereits vor 13 Uhr treffen wir an der Unterkunft ein. Der Rezeptionist ist sehr freundlich. Wir sind früh dran und das Zimmer ist in ca. einer Stunde fertig. Die Fahrräder können wir direkt auf der Terrasse zwischenparken. Wir machen gegenüber beim Italiener eine vorzüglich Mittagspause.

Der Badeort  Mimizan-Plage ist jetzt zur Hauptsaison knall voll. Gut das ich das Zimmer rechtzeitig vorgebucht hatte.

Das charmante Hotel ist zwar in die Jahre gekommen; aber unsere  Fahrräder werden vom Personal in die Velogarage transportiert und der fließend englisch sprechende Rezeptionist hilft beim Gepäck und zeigt uns das Zimmer. Nach dem Einchecken und der üblichen Routine im Zimmer geht Walli über Marktplatz und Einkaufsstraße zum Atlantik die Füße abkühlen.

Den erholsamen Fahr-Tag schließen wir mit einem kleinen Imbiss gegenüber und einem kurzen Rundgang durch den Touristenort ab.

My Camino vom Montag, den 25. Juli 2016

Am heutigen Montag legen wir noch mal einen Ruhetag im Badeort Mimizan Plage ein. Die Seite der Office Intercommunal de Tourisme de Mimizan – Landes gibt es auch in deutsch. Sie ist auch geschichtlich sehr informativ. Ab dem  11. Jahrundert haben die Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela  die Region Landes über sieben Jahrhunderte lang  stark geprägt. Auf diesen Spuren möchte ich heute rumstöbern während Walli Ihre Füße im Atlantik kühlt.

Der Glockenturm der Kirche Notre-Dame aus dem 13. Jahrhundert in Mimizan und die  Clocher-Porche de L’Ancienne Église Sainte-Marie stehen heute auf meinem Rundkurs mit dem Fahrrad. In der Mitte des 17. Jh. verließen die Benediktiner diese im Mittelalter bedeutende Abtei an der Straße zwischen Mimizan und Mimizan-Plage.  Ein Jahrhundert später war sie von Wanderdünen begraben – nur der Glockenturm ragte noch aus dem Sand. Von hier aus sind es noch 1.000 Kilometer nach Santiago de Compostela. Darauf macht eine kleine neuere Skulptur aufmerksam. Auch ein Museum, das Besichtigungen des Glockenturmes anbietet gibt es hier. Einen schönen Jakobswegstempel bekomme ich in der überfüllten Tourist Information in Mimizan-Plage.
Gegen 13 Uhr treffe ich mich mit Walli zu einer kleinen gemeinsamen Pause wieder in Mimizan-Plage. Wir trinken was in einer Bar und essen ein belegte Baguette vom Bäcker nebenan. Sie erzählt von der Brandung des Atlantiks. Es ist am Stand heute morgen nicht so voll wie am gestrigen Sonntag. Danach ist Entschleunigen auf dem Zimmer angesagt.

Am Abend laufen wir nochmal zum Boulevard am Dünendeich hoch. Es sind um 18 Uhr noch viele Menschen am Strand und im Meer.

Das Abendbrot nehmen wir heute in einem Restaurant in der zweiten Reihe. Zum Tagesabschluss trinken wir noch einen Absacker in einer Bar am Marktplatz.

Auf der Bühne hier hat bereits nachmittags eine Band aufgebaut. Den Sound-Check haben wir von unserem Zimmer aus voll mit erlebt. Jetzt füllt sich der Marktplatz mit Konzertbesuchern. Die Sonne ist längst hinter den Häusern verschwunden. Auf der Bühne tut sich aber noch nix. Um 21:40 Uhr geht’s endlich los. Die Band spielt einen Mix aus Chansons, Reggae und Blues. Gemixt wird digital mit Behringers X32. Auch auf unserem Zimmer können wir uns dem Sound nicht entziehen.

Bilder der Tage
Unterkunft

Hôtel Bellevue
34 Avenue Maurice Martin
40200 Mimizan Plage
Frankreich

Biscarrosse 20160723

My Camino Orlèans – Bayonne

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Zweiundvierzigster Tag, 23. Juli 2016

Seit Beginn der Fliegerei waren die Gewässer um Biscarosse Stützpunkt von Wasserflugzeugen.

Etappe Pyla-sur-Mer – Biscarrosse

Pyla-sur-Mer, Biscarrosse Plage, Étang de Cazaux Et Sanguinet, Biscarrosse

Pyla-sur-Mer – Biscarrosse 44 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.180 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Samstag, den 22. Juli 2016

Pyla-sur-Mer – Biscarrosse

Gesamtstrecke: 43277 m
Maximale Höhe: 65 m
Minimale Höhe: -2 m
Gesamtanstieg: 598 m
Gesamtabstieg: -568 m
Download file: Pyla-sur-Mer - Biscarrosse2.gpx

My Camino vom Samstag, den 22. Juli 2016

Nach dem Frühstück im Freien und dem Aufsatteln, sitzen wir kurz vor 9 Uhr im Sattel. Zwei heftige langwellige Hügelketten mit mehreren Steigungen über 10 % stehen heute an.

Zunächst fahren wir an den Strand, um diesen in Pyla zumindest mal gesehen zu haben, bevor wir kräftig in die Eisen steigen und die erste knackige Steigung angehen. In Pyla-sur-Mer gibt es nach unserem Eindruck sehr viele private Grundstücke, die direkt am Meer liegen und über eigene Strandzugänge verfügen. Diese Strandzugänge sind meist aus Beton und so hässlich, dass  ich auf ein Foto verzichtet habe. Die Gegend wird von Ferienhäusern und Campingplätzen dominiert. Bar und Restaurants sehen wir heute selten.

Der Radweg entlang der großen Düne hat es wirklich in sich. Beim stetigen auf und ab gehen wir mehrmals aus den Sätteln und verschnaufen. Hier und da schieben wir. Die Temperaturen sind am Morgen moderat unter 25 °C.

Trotzdem komme ich mächtig ins schwitzen. Die Steigungen fordern alles von uns. Nach rund 10 km liegt der Radweg entlang der Wander-Düne  Dune Du Pilat hinter uns. Ich war mehrere male komplett durchgeschwitzt. Ich verliere mehr Flüssigkeit als ich dummerweise nachtrinke. Auf dem angenehm flachen Etappenabschnitt am Meer entlang und durch meist schattigen Wald kommen wir gut voran. Meine vorangegangene  knappe Wasseraufnahme macht sich trotz dieses leichten Etappenabschnitts jetzt massiv bemerkbar. Ich registriere typische Anzeichen einer beginnenden De-Hydrierung. Also anhalten und viel trinken – allerdings etwas spät. Mir wird schlecht und mein Magen und der Kopf schmerzt.

Gott sei Dank kommt aber jetzt gleich Biscarrosse Plage. Hier suchen wir einen schattigen Platz in einem Lokal und machen eine längere und kräftige Erholungs- und Trinkpause. Mein Zustand stabilisiert sich wieder. Walli hat an der Düne mehr getrunken als ich, da sie an den Steigungen öfter auf mich warten musste. Sie hat keine Beschwerden.

Nach Biscarrosse Plage folgen wir der Route Piste Cyclable Biscarrosse Plage. Jetzt geht’s noch mal für gut sechs Kilometer richtig zur Sache. Hier haben wir längere Steigungen und Abfahrten mit über 10%. Außerdem beträgt die Temperatur jetzt um die 30 °C. Abrollen geht auch nur mit stark gebremsten Fahrt, da die Piste hier sehr rau ist. Die Baumwurzeln zwingen uns oft zu bremsen. Wir powern uns erneut voll aus. Endlich kommt der See Étang de Cazaux Et Sanguinet und die heftigen Steigungen sind für heute vorbei. Am See machen wir noch mal eine längere Trinkpause im Schatten. Es ist viel los hier. Aber geöffnete Lokale finden wir keine.

Unterwegs auf der heutigen Etappe gab’s öfter Begegnungen mit ebenfalls schwer bepackten Tourenradfahrern – u.a. mit einem Pärchen aus Australien.

Die letzten zehn Kilometer am See und einem Kanal entlang haben keine nennenswerten Steigungen mehr. Wir halten weiter – allerdings erfolglos – nach einem Lokal Ausschau.

Schließlich erreichen wir unsere Unterkunft. Die hat eine florierende Bar. (Lotto, Tabak, Bar). Hier können wir noch mal genug Wasser und Kaffee nachtanken. Zu meinen Nachwirkung vom Nachmittag  gesellt sich nach dem Einchecken auch noch eine leichte Unterzuckerung. Die korrigiere ich mit einer Cola und Haribos aus der Bar. Außerdem schütte ich noch genügend Mineralwasser nach und esse eine halbe Tüte gesalzene Erdnüsse. Danach ist bei mir wieder alles im Lot. Mittagessen und Abendessen lasse ich heute ausfallen. Walli genehmigte sich zum Abendbrot eine Portion Pommes.

Bilder des Tages
Unterkunft

Logis Le Relais
216 Avenue du Maréchal Lyautey
40600 Biscarrosse
Frankreich

Pyla-sur-Mer 20160722

My Camino Orlèans – Bayonne

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Einundvierzigster Tag, 22. Juli 2016

Heute geht’s zurück zum Atlantik.

Etappe Bordeaux – Pyla-sur-Mer

Bordeaux, Facture Biganos, La Teste-de-Buch, Pyla-sur-Mer

Bordeaux –  Biganos 40 Bahnkilometer
Bordeaux – Pyla-sur-Mer 36  Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.136 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Freitag, den 22. Juli 2016

10h58 Vom Bahnhof: BORDEAUX SAINT JEAN
Transporteur: TER Numéro du train: 66021
Ankunft um: 11h24 Am Bahnhof: FACTURE BIGANOS

Bordeaux – Pyla-sur-Mer

Gesamtstrecke: 75537 m
Maximale Höhe: 70 m
Minimale Höhe: -3 m
Gesamtanstieg: 441 m
Gesamtabstieg: -456 m
Download file: Bordeaux - Pyla-sur-Mer.gpx

My Camino vom Freitag, den 22. Juli 2016

Nach dem Frühstück holen wir unsere Räder aus dem Nebenraum der Rezeption und satteln auf. Wir fahren über den langen Quai zum Gare Bordeaux Saint-Jean. Dabei kommen wir noch mal etwas entfernt an den Highlights der Altstadt vorbei. Ein wirklich sehr schöner Etappenabschnitt. Die Temperaturen sind angenehm bei über 20 °C. Der Himmel ist noch bedeckt; aber es zeigen sich heute Morgen die ersten blauen Löcher.

Wir verlassen Bordeaux mit dem Zug Richtung Westen zurück in Richtung Atlantik. An der  zweiten Station Facture Biganos setzen wir unsere Fahrt zum Ozean mit den Rädern fort. Am Bahnhof satteln wir kurz ab, um  mit den Rädern die steile Treppe zum Radweg besser runter zu kommen. Der meist zweispurige Radweg und der gekennzeichnete Jakobsweg verlaufen auf diesem Etappenabschnitt oft wieder gemeinsam.

Wir kommen zunächst auf der meist flachen Fahrradautobahn sehr gut vorwärts. Der Himmel ist inzwischen blau/weiß und der Wind ist kaum spürbar. Nach La Teste-de-Buch machen wir einen längeren Abstecher, weil wir ein Lokal für die heutige Mittagspause suchen. Über Lède de la Seuve fädeln wir uns durch die Wohngebiete zurück auf unsere Route.

Ab jetzt geht’s durch die Dünen und sofort rasant bergauf. Die Dünen sind hier deutlich größer als das was wir bisher  an Dünen erfahren haben. Dafür haben wir bergauf auch oft noch Gegenwind.

Schließlich kommen wir an der  Dune du Pilat (auch Grande Dune du Pilat) an.  Sie ist die größte Wanderdüne Europas und hat einen Nord-Süd-Verlauf. Die Düne ist bis zu 110 Meter (81 Meter lt. SRTM-Daten) hoch, 500 Meter breit, etwa 2,7 Kilometer lang (geschätztes Volumen 60 Millionen Kubikmeter) und liegt an der Meeresöffnung des Bassin d’Arcachon, südlich des Städtchens Arcachon und des Vorortes Pyla sur Mer, gegenüber von Cap Ferret. Auf der Westseite (zum Meer) hat sie eine Steigung von zwischen 5° und 20°, die Ostseite fällt stark ab (30° bis 40°). Die Düne hat eine reine Sandfläche von 135 Hektar, der umliegende Wald ca. 4.000 Hektar.

Neugierig fahren wir bis zum Parkplatz. Hier ist touristisch sehr viel los. Wir lassen die Düne links liegen und bewegen uns zum Tagesziel die restlichen 4 Kilometer durch die hügelige Landschaft.

Unsere direkt am Fahrradweg liegende Unterkunft hat neben dem Hotel auch eine geöffnete Bar und ein geöffnetes Restaurant. Das finden wir bei den 30 °C prima .

Schon beim einchecken genießen wir ein kühles Bier und löschen unseren Durst von der Bewältigung der hügeligen Dünenpiste. Unsere Räder parken wir im Hof.

Für den Abend reservieren wir einen Tisch – natürlich im Freien bei strahlend blauem Himmel.

Bilder des Tages

Unterkunft

Etche Ona
255 Boulevard De L ‚Ocean
33115 Pyla-sur-Mer
Frankreich

Bordeaux 20160720-21

My Camino Orlèans – Bayonne

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Neununddreißigster und vierzigster Tag, 20. und 21. Juli 2016

Die Universitätsstadt Bordeaux hat ihre Berühmtheit insbesondere durch den Bordeauxwein und ihre Küche erlangt.

Etappe Pauillac – Bordeaux

Pauillac, Parempuyre, Bordeaux

Pauillac – Bordeaux 22  Fahrradkilometer
Pauillac – Parempuyre 34  Bahnkilometer

Rundfahrt Bordeaux 15 Fahrradkilometer

Streckenabschnitt insgesamt: 1.100 Fahrradkilometer

Tatsächliche Route vom Mittwoch, den 20. Juli 2016

Pauillac – Bordeaux

Gesamtstrecke: 55383 m
Maximale Höhe: 29 m
Minimale Höhe: -5 m
Gesamtanstieg: 287 m
Gesamtabstieg: -300 m
Download file: Pauillac - Bordeaux.gpx

Tatsächliche Route vom Donnerstag, den 21. Juli 2016

Rundfahrt Bordeaux

Gesamtstrecke: 14540 m
Maximale Höhe: 76 m
Minimale Höhe: 5 m
Gesamtanstieg: 257 m
Gesamtabstieg: -257 m
Download file: Rundfahrt Bordeaux Real.gpx

My Camino vom Mittwoch, den 20. Juli 2016

In der Nacht hat es sich durch ein Gewitter nur leicht abgekühlt. Es werden heute Temperaturen wieder weit über 30 °C erwartet und es besteht Gewittergefahr im Bereich Pauillac. Aufgrund der Wetterlage beschließen wir ein Stück der heutigen Etappe nach Bordeaux mit der Bahn zu fahren. Ich buche das entsprechende Ticket von Pauillac nach Parempuyre in meiner Handy-App. Da Pauillac über einen snfc-Bahnhof verfügt, kann ich dort nachher die ausgedruckte Fahrkarte am Schalter abholen.

Vor dem Frühstück fallen ein paar Regentropfen, die man aber auf dem noch aufgeheizten Boden nicht sieht, da der Regen sofort verdampft. Dadurch ist es dunstig.

Nach dem – abgesehen vom Kaffee – guten Frühstück satteln wir im Garten unsere Räder auf und fahren am schönen Quai der Ganronne entlang zum alten Bahnhof. Um 10:29 Uhr startet der alte TER vom Gleis C. Wir fragen nach, da bei dem stark renovierungsbedürftigen Bahnhof die immerhin fünf Gleise nicht beschriftet oder gekennzeichnet sind. Wir können unsere Räder auf dem dritten Gleis via Übergang in Position bringen. Wir haben Mühe unsere aufgesattelten Räder die 3 steilen und engen Stufen hoch zu wuchten. Ein freundlicher Bahnmensch, den Walli angesprochen hat, hilft uns. Er äußert sich überrascht über das Gewicht der beladenen Räder. Aber alles klappt und wir rollen im Zug los. Um diese Zeit scheint der Nahverkehrszug überwiegend mit Urlaubern besetzt zu sein. Im Radabteil des kurzen Zuges sind insgesamt fünf Räder.

Vor dem kleinen Zielbahnhof Parempuyre satteln wir lieber ab. Walli steigt zuerst aus und ich reiche unsere 5 Packtaschen einzeln raus. Dann folgen die Fahrräder. Ohne Gepäck geht das natürlich einfach. Dann stehen wir um 11:15 Uhr auf dem frisch renovierten und barrierefreien Bahnhof und satteln auf.

Im Ort ergänzen wir noch unsere Getränkevorräte und radeln auf einer wenig befahrenen Rue de Gare und später auf der Rue de Paulus los. Die  Rue de Paulus bekommt allerdings eine neue Teerdecke. Die Fräsarbeiten haben begonnen. Die Umleitung wäre für uns riesengroß. Wir überreden die Bauarbeiter uns durch zu lassen. An den aktiven Stellen der Fräsarbeiten schieben wir am Rand vorbei und sind nach gut 5 Kilometern auf unserer ursprünglich geplanten Route nach Bordeaux an der D209 entlang. Unsere gelben Warnwesten haben wir schon kurz nach dem Bahnhof sicherheitshalber angelegt.

Der Verkehr auf der parallel zum Fluss La Garonne laufenden D209 ist stark. Teilweise können wir auf dem mit einer weißen Linie abgetrennten Randstreifen fahren. Teilweise haben wir auch Radwege, die hier in Frankreich meist an den häufigen Kreiseln enden und danach wieder anfangen. Da hilft nur die Verkehrsregeln beachten und zügig durch die Kreisel fahren, den eigenen Platz souverän beanspruchen und bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr deutlich Handzeichen geben.

Landschaftlich und städtebaulich ist dieser Etappenabschnitt weniger interessant. Wir treten ordentlich rein und machen nur kurze Trink- und Pinkelpausen um möglichst bald der Mittagshitze und den teilweise schmuddeligen alten Gewerbe- und Industriegebieten zu entkommen.

Links von uns taucht das im Mai 2016 eröffnete interessante Gebäude Cité du Vin in Bacalan, einem nördlichen Stadtteil von Bordeaux auf.

Kurz vor dem Erreichen der gefälligeren Stadtteile haben wir noch mal mit Straßenbauarbeiten zu tun. Unsere Etappe verläuft über eine sehr frisch  geteerte Fahrbahn. Wir sind froh, dass wir mit unseren Reifen in der Mittagshitze nicht am Teer kleben bleiben.

Dann plötzlich eine andere Welt: Die schöne neue Brücke Pont Jacques Chaban-Delmas erscheint vor uns. Dann noch vor der Hub-Brücke scharf rechts ab, einen kleinen Haken  schlagen und wir sind am Quai de Bacalan mit seinen zahlreichen erstklassigen Cafés und Restaurants. Dazu der Blick nach links auf die Brücke und nach rechts auf die Skyline der Altstadt.

Bis zum Hotel sind es nur noch 1,5 Kilometer. Wir parken unsere Räder am Quai-Geländer und machen Mittag im Schatten eines großen Sonnenschirmes. – Wunderbar.

Die Unterkunft liegt zwei, drei  Blocks hinter den Quais  ist nach der Mittagspause schnell erreicht. Wir können über die codegesicherte PKW-Garage direkt bis zum Aufzug mit den Rädern fahren. Unser Apartment ist im 2. Stock. Die Räder schließen wir am Geländer an. Eine extra Velo-Garage gibt es nicht.

Wir machen eine ausgiebige Pause im Zimmer. Als die Chef-Rezrptionitin um 20 Uhr in den Feierabend geht schellt sie bei uns noch kurz an. Sie schlägt vor die Räder über Nacht lieber in einem Nebenraum der Rezeption zu parken. Den Vorschlag nehmen wir gerne an.

Das Viertel macht eigentlich einen aufgeräumten und ordentlichen Eindruck. Auffällig sind jedoch die für uns ungewöhnlich vielen Sicherheitscodeschlösser an den Türen und Toren. Wir gehen um die Ecke in einem Restaurant noch ein Bier und einen Rotwein trinken und essen noch was kleines: L’Assiette Frites.

My Camino vom Donnerstag, den 21. Juli 2016

Heute ist Ruhetag. Nach dem Frühstück geht’s in die Altstadt. Wir fahren mit den Rädern eine Rundtour, die ich gestern am Laptop erstellt habe. Inspiriert haben mich dazu u.a. die gestrigen Eindrücke bei der Ankunft in Bordeaux und der Blick auf die Altstadt Skyline. Weitere Anregungen stammen von den  Webseiten von Thekla Schrange † und Aloys Schäfer sowie verschiedene andere Internetseiten zum Thema Via Turonensis.

Die Temperaturen sind wieder bei normalen sommerlichen Werten zwischen 25 °C und knapp 30 °C angekommen. Der Himmel ist bedeckt. Dadurch leider kein Fotografier-Wetter.

Unsere erste Stadion ist das Monument am Place des Quinconces dessen Halbrundbogen wir abfahren. Die Freiheitsstatue Monument aux Girondins hätten wir gerne vor blauen Himmel fotografiert. Heute müssen wir uns mit grauen Wolken als Hintergrund zufrieden geben. In der Nähe liegt die Touristen Information. Hier bekommen wir zwei wunderbare Pilgerstempel. Die freundliche junge Madame muss zwar den Stempel eine Weile suchen, ist aber sehr interessiert und schaut sich die Stempel unser Pilgerausweise genauer an.  Zum Schluss trägt sie gewissenhaft auch das Datum ein.

Danach schieben wir unsere Räder an den prachtvollen Bürgerhäusern der Altstadt vorbei und bewundern die Fassaden. Wir fahren weiter zur Basilique Saint-Seurin, um nach den Spuren der frühen Jakobspilger zu suchen. In einer Seitenkapelle finden wir eine kleine Ausstellung, ein Kondolenzbuch mit zahlreichen Eintragungen und eine holzgeschnitzte Jakobusfigur – vermutlich neueren Datums. Vor der Basilika ist ein kleiner Park und ein Platz mit einer beleuchteten Jakobusweg-Markierung . Die Straßencafés am Platz haben geöffnet und so machen erst mal wieder unsere rituelle Trinkpause mit Grand Cafe und l’eau minérale gazeuse.

Nach der Pause brechen wir auf in Richtung Cathédrale Saint-André. Im Garten Jardin de la Mairie pausieren wir. Hier wimmelt es neben den üblichen japanischen Touristen auch von zahlreichen Pokémon-Go-Spielern, die auf Ihr Smartphone schauend in ihrer eigenen irrealen Welt durch den Park stoben. – Sachen gibt’s …

Wir fahren weiter über die berühmte Shopping-Meile Rue St. Catherine zur Rue Saint-James und zur Grosse cloche de Bordeaux.

Dann geht’s zügig weiter zur Basilique Saint-Michel. Auf dem großen Platz an der Basilika findet ein Markt statt. Zahlreiche Bars und Restaurants säumen den Platz. Wir schließen unsere Fahrräder an und machen passend im Restaurant La Mere Michel eine entspannte Mittagspause.

In der Basilika finden wir die Jakobsfigur und versuchen sie trotz schlechtem Licht zu fotografieren. Danach fahren wir runter zu den Quais und am Fluss entlang zurück. Im gestrigen Restaurant L’Austra trinken wir zum Abschluss unserer Rundfahrt ein nicht ganz so preiswertes Carlsberg bière à pression. Wir resümieren: Bordeaux ist eine Stadt in der das Leben brummt. Die Autos auf den Straßen sind irgendwie leise. Wir vermuten das liegt am Belag der Straßen. Zahlreiche Hinweise auf Jakobspilger konnten wir heute sehen.  Bordeaux beeindruckt uns mit seinen historischer Vergangenheit und seinen  Gebäuden. Schade, dass wir heute keinen blauen Himmel für bessere Fotos haben. Die vielen Einzelhandelsgeschäfte und die Qualität der Restaurants hat uns sehr gefallen. Die 15 km Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad hier in Bordeaux fand ich persönlich klasse. Walli ist anderer Meinung: „Zu Fuß ist es entspannter und frau sieht mehr. – Stadtrundfahrten mit dem Fahrrad sind mir zu stressig.“ Ich denke: „vive la différence oder wie der alte Fritz schon sagte: Jeder nach seiner Façon … – machen wir das nächste mal wieder wie in Nantes“ und trinke noch ein Bier. 😉

Spuren der Jakobspilger in Bordeaux

Nach ihrer Ankunft in Bordeaux durchschritten die frommen Pilger das Portal der „Pellerins“, die Pilgerpforte, durchliefen die Rue Saint Jacques, um im Hospiz Saint James (der englische Name für Jakob) Aufnahme zu suchen. Die im 12. Jh. gegründete Unterkunft gehörte bis ins 17. Jh. zu den besuchtesten Etappen der Jakobspilger, doch ist von diesen  Gebäuden nichts mehr erhalten. Ebenso bedeutend für die Pilgerbewegung war die Basilika Saint Michel, die anstelle einer karolingischen Kapelle im 15. Jh. im Stil der Flammengotik errichtet wurde. In der Seitenkapelle Saint Jacques aus dem Jahre 1632 befindet sich eine anrührende Jakobsfigur mit nackten Füßen, sowie der Grabstein eines Jakobspilgers. Auch die Abtei Sainte Croix, deren Fundamente in die Merowingerzeit zurückgehen, war Anziehungspunkt der Pilger. Den hier verehrten Reliquien des Heiligen Mommolain wurden ab dem 10. Jh. zahlreiche Wunder zugeschrieben. Eine kürzliche Restaurierung brachte die ganze Pracht des Portals wieder zum Vorschein. Um die Basilika Saint Seurin ranken sich viele Legenden, eine davon besagt, Karl der Große habe hier das elfenbeinerne Rolandshorn niedergelegt. Zahlreiche Grabsteine sind mit dem Zeichen der Muschel und dem Wanderstab geziert. In der, mehrmals veränderten merowingischen Krypta ist ein reich geschmückter Sarkophag zu bewundern, sowie drei Kapitelle aus der galloromanischen Zeit. Am Südportal der Basilika ist eine Darstellung des Heiligen Jakobus aus dem 16. Jh. zu sehen. Hohe Gäste, die im gegenüberliegenden Palast des Erzbischofs logierten, durften die Kathedrale Saint Andre durch das Königsportal betreten. Der Sakralbau, ein Kleinod der Gotik, ist romanischen Ursprungs. Eine sehenswerte Darstellung des Jakobus als Pilger und Skulpturen aus dem 13. Jh. ziehen Kunstinteressierte heute in diese Kathedrale, in der 1137 Aliénor d’Aquitaine den späteren König Louis VII. heiratete. Die Tochter des mächtigen Herzogs von Aquitanien und gleichzeitig seine Erbin sollte in der Geschichte Frankreichs noch eine tragende Rolle spielen. Nach ihrer zweiten Eheschließung mit Henri de Plantagenet, der kurz darauf König von England wurde, begannen goldene Zeiten für die Hafenstadt durch lebhaften Weinhandel mit der britischen Insel. Noch heute erinnert ein Leopard auf der Turmspitze des Stadttores „La Grosse Cloche“ in der Rue Saint James an die Macht Englands, die den Bürgern im 14. Jh. zahlreiche Privilegien zugestand. Prächtige Bürgerhäuser, deren unterschiedlicher Stil vom Wohlstand im Laufe der Jahrhunderte zeugt, säumen zahlreiche Straßen in Bordeaux.
Quelle: Thekla Schrange † und Aloys Schäfer

Bilder der Tage

… leider kein ideales Foto-Wetter im Bordeaux

Unterkunft

City Résidence Bordeaux Centre
14 Bis, Place Paul Avisseau
33300 Bordeaux
Frankreich